Start Stadttour Tipps & Infos zu den kulinarischen Spezialitäten in Venedig

Tipps & Infos zu den kulinarischen Spezialitäten in Venedig

Venedig Kulinarisches | Venedig ist eine der schönsten Städte Italiens und irgendwann muss jeder da mal hin, egal ob als Familie mit Kindern, romantisches Liebespaar oder als Kunst-und Kulturbegeisterter.

Der Aufenthalt in der Lagunenstadt ist teuer, aber es lohnt sich. Sehenswürdigkeiten gibt es genug, an Vorschlägen für Übernachtungen fehlt es auch nicht, fehlen nur noch Tipps und Hinweise zu Essen und Trinken.

Essen gehen in Venedig – traditionell

Venedig Kulinarisches

Die italienische Küche ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Und das Venedig teuer ist, ist ebenfalls bekannt. Auch wenn das Angebot an sehr guten Restaurants mehr als ausreichend ist, müssen für die meisten Besucher eher praktische Lösungen her, bevor man Opfer der typischen Touristenfallen mit schlechter Qualität und hohen Preisen wird. Aber dazu später noch etwas mehr.

Während viele Besucher die venezianische Küche ob ihrer traditionsreichen und feinen Rezepte preisen, sind andere wiederum vorsichtig wegen der hohen Preise und des Einflusses durch den Massentourismus.

Kunst- und Kulturbegeistere geben dann ihr Geld eher für Museen- und Kirchenbesuche aus. Das Liebespaar verweilt eher etwas länger an einem romantisch gelegenen Tisch und für Familien mit Kindern läuft es eh auf Pizza & Pasta hinaus.

Wo geht man was essen?

Venedig Kulinarisches

Hier mal eine kleine Hilfestellung für die verschiedenen Lokalitäten:

Bacari – Authentisch für die gastronomische Landschaft der Lagunenstadt sind zum Beispiel die Bacari, eine uns eher unbekannte Form zum Einkehren. Vielleicht vergleichbar mit den Tapas Bars aus dem letzten Spanienurlaub. Für die Venezianer sind diese schlichten Stehbars eine Institution, in der sie vom frühen Vormittag bis abends ihre „ombra“, das Gläschen Hauswein, trinken und dazu köstliche belegte dünne Weißbrotscheiben, die Cicchetti, in allen Variationen verzehren. Schaut euch die Auslage der Theke an, wo die kleinen Köstlichkeiten, belegt mit Auberginen, Thunfisch, Sardellenringe oder Schinken gut gewürzt zum Verzehr angeboten werden.

In größeren Bacari, kann man sich auch hinsetzen und wie in einem normalen Restaurant essen.

Osteria und Trattoria – Die Osteria ist ursprünglich ein kleines Wirtshaus oder eine Schenke, die vorwiegend in kleinen Städten zu finden ist und von Einheimischen besucht wird. Die Speisekarte besteht meistens aus wenigen einfachen Speisen. Früher eher vergleichbar mit der Dorfkneipe, wobei in Italien öfter ein Glas Wein als ein Bier getrunken wird. Die Trattoria ist eher mit dem traditionellen und bürgerlichen Wirtshaus vergleichbar. Im Vergleich zur Osteria also ein etwas gehobenes Niveau mit sehr guter Küche mit lokalen und regionalen Gerichten, aber günstiger als im Restaurant. Gerade in einer Touristenhochburg wie Venedig verschwimmt der ursprüngliche Charakter zwischen „Osteria“ oder „Trattoria“ aber sehr stark.

Auf den klassischen Menükarten findet man immer die Vorspeise (antipasti). Es folgt dann ein primo piatto (erster Gang). Eine Suppe, ein Pastagericht oder ein Risotto. Der Hauptgang (secondo piatto) besteht dann aus einem Fisch- oder Fleischgericht. Gemüse- Salat oder sonstige Beilagen müssen jedoch immer extra bestellt werden. Den Abschluss bildet wie üblich ein Dessert (dolce) oder etwas Obst. Als Getränk ist der empfohlene Hauswein (vino della casa) oftmals die beste Lösung, neben dem durstlöschen Wasser aus der Karaffe oder der Flasche mit dem sprudelnden Mineralwasser.

Tipp: Bacari, Osteria und Trattoria haben sich natürlich auf die Bedürfnisse der Touristen eingestellt. Viele sind aus Zeit- oder Kostengründen an keinem längeren Aufenthalt in den Lokalitäten interessiert, sondern wollen nur ihren Hunger stillen und etwas trinken. Wer sich also mit einem ersten Gang, etwa einem Teller Nudeln mit Salat begnügt, erntet in der historischen Altstadt von Venedig kein leichtes Naserümpfen und wird anstandslos bedient.

Restaurants – Das „Il Ristorante“ ist oft eher ein gehobenes Restaurant. Die Auswahl, einschließlich exklusiver Gourmettempel ist groß, wobei das Reisebudget erheblich strapaziert wird. Für Empfehlungen verweise ich eher auf die einschlägigen Internetseiten oder noch besser auf den Tipp meines lokalen Gastgebers.

Wie teuer wird es?

Venedig Kulinarisches

Wenn ihr die unten genannten typischen Touristenfallen umgeht und euch so weit wie möglich von den touristischen Zentren, wie zum Beispiel den Markusplatz oder die Rialtobrücke entfernt, je günstiger wird es.

Das gilt auch für das Gebiet um die Strada Nova, eine geradlinige und touristische Fußgängerader, die vom Bahnhof Richtung Rialtobrücke führt, bevor es zum Markusplatz weiter geht. Zwar schwanken die Preise von Lokalität zu Lokalität, aber in etwa kann man mit folgendem Preisniveau rechnen:

  • Coperto – Setzt man sich in ein Restaurant, dann hat man schon vor der ersten Bestellung etwas ausgegeben. Fast immer wird eine sogenannte Gedeckpauschale erhoben, die sogenannte „coperto“. Diese beträgt meistens zwischen 2,00 € und 3,00 € pro Person und ist unabhängig von dem Bestellwert.
  • Menu – Schauen wir uns mal die Menukarte an der Osteria al Cantinon, Sottoportego Delle Colonete, 2152, 30121 Cannaregio, Venezia. Eingestuft mit €€ von möglichen €€€, gute bis sehr gute Bewertungen und ausserhalb der touristischen Massenbetriebe. Die Antipasti kosten zwischen 16,00 und 18,00 €, der erste Gang zwischen 12,00 und 19,00 € und der zweite Gang schlägt mit 20,00 bis 28,00 € zu Buche. Alles in der Menükarte der Osteria nachlesbar. Dazu kommen noch die Kosten für Wein oder Bier, Wasser und Espresso. Vielleicht noch sogar eine Nachspeise oder ein Grappa. Selbstverständlich kann man auch auf den einen oder anderen Gang verzichten, aber wie bereits mehrfach gesagt, Venedig ist teuer.
  • Servicegebühr – Auch am Ende der Speise kommt noch etwas auf den Rechnungsbetrag obendrauf. Eine obligatorische Servicegebühr (Servizio), die je nach Lokal zwischen 10 und 13 % beträgt. Überraschungen nicht ausgeschlossen, da es keine landeseinheitlichen Regeln gibt.
  • Trinkgeld – Mit der Bezahlung der Servicegebühr ist Trinkgeld in Venedig eher unüblich! Bar kann man bestenfalls ein paar kleine Münzen auf dem Tisch liegen lassen. Großzügiges aufrunden der Rechnung wird eher als unangemessen empfunden.

In einer touristischen Stadt wie Venedig sollte man sich aber von dem vielfältigen Angebot der Einkehrmöglichkeiten nicht verwirren lassen. Oftmals nennen sich Lokale gleichzeitig Bar Osteria Trattoria, sodass jeder für einen kleinen Snack oder eine ausgiebige Mahlzeit etwas findet.

Kein Italien ohne Pizza!

Venedig Kulinarisches

Eine Pizza zählt bei Groß und Klein zu den beliebtesten Essen auf der ganzen Welt und wenn man schon in Venedig ist, dann gehört der Besuch einer Pizzeria unbedingt dazu! Erfahrungsgemäß bieten alle Pizzerien in und um die Lagunenstadt eine gute bis sehr gute Qualität.

Abseits der Hauptrouten gibt es im Zentrum von Venedig viele nette kleine Pizzerien, oft mit Außengastronomie in einem versteckten Hinterhof.

Beim letzten Mal war ich in der Pizzeria All’Anfora, eine einfache Trattoria mit Spezialität Pizza und einem „gardino“. Leckere große Pizza 10,00 €, zum Dessert hausgemachtes Tiramisu 4,50 €, Wein, Bier oder ein Flasche Wasser 5,00 €, Coperto 2,00 €, Servizio und etwas Trinkgeld 3,00 €. Natürlich bedeutet das ca. 50,00 € für 2 Personen, aber viel billiger wird es woanders auch nicht und die ausgezeichnete Pizza war es auch wert. Hier essen auch viele Einheimische.

Adresse: Trattoria-Pizzeria All`Anfora, Calle Larga dei Bari, 1223, Täglich geöffnet außer mittwochs von 12:00 -15:00 Uhr und 17:00 bis 22:30 Uhr. Entfernung zum nächsten Vaparetto Fährterminal ca. 50 Meter, Linie 1, 5.1 und 5.2.

Zu Fuß sind es 10 Minuten bis zum Bahnhof oder zum Piazzale Roma für die Abfahrten von Bus und Straßenbahn. Also auch gut gelegen für Besucher, die außerhalb des historischen Zentrums übernachten.

Noch ein paar Tipps zum Lokalbesuch

Venedig Kulinarisches

Schaut euch immer das das Kleingedruckte der Speisekarte an, ob dort etwas zu „servizio“ steht. Wenn „no servizio“ oder „servizio compreso“, also kein Bedienungsgeld berechnet wird, dann wird eher mit einem kleinen Trinkgeld gerechnet. Wer unsicher ist sollte einfach den Kellner fragen (servizio compreso?). Gilt auch für das Coperto.

An der Theke entfällt das Coperto! So sieht man oft junge Leute und vor allem viele Einheimische, die im Stehen ein Glas Wein oder Bier an der Bar trinken und sich damit das Coperto sparen.

Die verschiedenen Lokale haben in der Regel am Mittag von 12:00 bis 15:00 Uhr und am Abend ab 18:00 Uhr geöffnet. Durchgängige Öffnungszeiten an den Hauptrouten und Sehenswürdigkeiten dieser einmaligen Touristenhochburg in der Lagune an der Adria sind können jedoch erwartet werden.

Viele Tipps zum Lokalbesuch gibt es auch in meinem Artikel Verhaltensregeln & Trinkgeld.

Welche Lokale sollte man eher meiden?

Venedig Kulinarisches

In der näheren Umgebung der touristischen Highlights ist es natürlich immer teuer. Ein paar hundert Meter weiter in der Seitenstraße wird es dann oftmals um einiges günstiger. Und keine Angst, gefährliche Viertel in Venedig gibt es nicht!

Lokale, vor denen man angesprochen wird. Da sind meistens Überraschungen garantiert. Besondere Einkehrmöglichkeiten füllen sich von alleine.

Vorsicht beim Touristenmenü mit vielen bunten Bildern. Entweder steigt die Rechnung wie oben beschrieben oder aber beim Gericht zum Einheitspreis (coperto und servizio eingeschlossen) wird das Preis- Leistungsverhältnis zum Risiko.

Mehr Wissenswertes über die Touristenfalle Restaurant und wo man für zwei Cappuccino und zwei Glas Wasser plötzlich 40,00 € bezahlt, kann man in diesem Artikel zusätzlich nachlesen.

Was muss man noch wissen?

Venedig Kulinarisches

Ein ‚Panini‘, also frisches Brot mit leckerem Belag oder ein passendes Stück Pizza vom großen Blech für unterwegs findet man überall.

Spartipp: Das Leitungswasser in Venedig ist Trinkwasser. Ausfällig sind die vielen Touristen, die sich oftmals um eine Wasserstelle scharen und ihre kleinen Plastikflaschen füllen. Also Trinkflasche nicht vergessen, das spart viel Geld, vor allem in den heißen Sommermonaten.

Wer ein Appartement, eine Ferienwohnung oder bei Airbnb gebucht hat, kann natürlich auch selber kochen. Die Zutaten auf der Lagungeninsel zur Selbstverpflegung sind aber auch hier teurer. Den gewohnten Supermarkt gibt es aus architektonischen und liefertechnischen Gründen nicht. Kleine Minimärkte versorgen hauptsächlich Touristen.

Die farbenfrohen Straßenmärkte, wie zum Beispiel der bekannte Rialtomärkte ziehen eher Fotografen und zahlungsfreudige Touristen an. Sicherlich wird man auch hier mal essen gehen, denn so ein Restaurant Besuch in Venedig gehört einfach dazu!

Empfehlungen

Venedig Kulinarisches

Hier bin ich eher immer etwas vorsichtig, denn bei jeder Empfehlung müssen natürlich die Umstände, wie passende Lage des Restaurants, reservierter Tisch, Freundlichkeit der Bedienung, aktuelle Preise, Wartezeiten, usw. passen. Das viele Empfehlungen aus einem Geheimtipp schnell eine Enttäuschung werden lassen habe ich oft genug erlebt. Man besten einmal ins Netz schauen oder wie bereits erwähnt, den Gastgeber, die Mitarbeiter der Hotelrezeption oder einfach mal einen Einheimischen nach einem Tipp fragen.

Das ist zwar nicht Italien, aber das Hardrock Cafe in der Nähe des Markusplatzes gehört zu den bekanntesten und besten seiner Kette. Burger Menu und Getränk etwa 30,00 €. Lange Wartezeiten, unbedingt vorher reservieren.

Geld im Restaurant sparen in Venedig ist schwierig. Eine Möglichkeit ist The Fork. Man ruft die Webseite auf und sucht sich ein Restaurant mit Rabattangebot. Wenn euch das Angebot zusagt reserviert ihr im Voraus einen Tisch und erhaltet so einen im Text beschriebenen Rabatt. Die Webseite ist bei Städtereisenden in Europa äußerst beliebt.

Sie ist sehr benutzerfreundlich, auf Englisch aber leicht verständlich und sehr übersichtlich – also kein Problem für ein Gourmeterlebnis in der Lagunenstadt an der Adria. An den jeweiligen Restaurant Bewertungen auf der Webseite von The Fork oder aber auch vergleichbaren Bewertungsseiten kann man im Voraus bereits erkennen, ob man ein gutes Restaurant ausgewählt hat. Ich selber habe hiermit noch nie schlechte Erfahrungen gemacht.

Venedig Kulinarisches

Ruhig geht es auch zu im Viertel Cannaregio. Da findet man einige Vorschläge für traditionelle venezianische Lokale, die auch bei Einheimischen sehr beliebt sind. Die Osteria al Cantinon wurde bereits oben erwähnt.

Kulinarische Touren in Venedig

Wer sich mit dem kulinarischen Venedig vertraut machen will, der hat natürlich unendliche Möglichkeit zur Teilnahme an organisierten Touren mit Cicchetti Verkostungen, Streetfood, Restaurantbesuchen, Kochkursen oder Weinverkostungen mit oder ohne Abendessen.

Verkostung Preis* Ticket
Venedig in typischen Bacari 42,00 € Zum Anbieter
Venedig Street-Food-Tour 39,00 € Zum Anbieter
Cicchetti, Mittagessen und Wein 80,80 € Zum Anbieter 
Venedig – Köstlicher Kochkurs 79,00 € Zum Anbieter
Weinverkostung in Venedig 50,00 € Zum Anbieter
Weinverkostung mit Abendessen 154,00 € Zum Anbieter 

 

*Alle genannten Preise sind freibleibend. Es gilt immer das aktuelle Angebot des Anbieters. Details zu den jeweiligen Angeboten stehen ebenfalls auf der Seite des Anbieters. Weiter Buchungsmöglichkeiten bei Rent-a-guide oder Get-Your-Guide.

Für Romantiker gibt es natürlich kulinarische Genüsse in Verbindung mit einer Gondelfahrt und Cicchetti Dinner, Gondelserenade und Abendessen oder unvergesslich das Galeons-Dinner bei Kerzenschein in der Lagune von Venedig.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here